PPWR und neues Verpackungsgesetz: Was die Mehrwegpflicht für deinen Versand bedeutet

Am 12. August 2026 wird die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) in allen Mitgliedstaaten anwendbar - und Deutschland ersetzt zeitgleich das Verpackungsgesetz durch das neue Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG). Klingt nach Bürokratie? Ist es auch. Aber vor allem ist es eine klare Richtungsentscheidung: Die EU stellt Transport und B2B-Versand verbindlich auf Wiederverwendung um. Hier erfährst du, was ab wann gilt, welche Verpackungen betroffen sind und wie du deinen Versand rechtzeitig umstellst.

Die Fristen im Überblick

FIG. 1 | PPWR-ZEITSTRAHL11.02.2025In Kraft12.08.2026PPWR gilt EU-weitVerpackDG ersetzt VerpackGab 2027/2028Kennzeichnung, EPR-Label01.01.2030Mehrwegquoten Art. 29+ Leerraumquote max. 50 % (Art. 24)01.01.2040Zielwert 70 % Mehrweg

Die PPWR (Verordnung (EU) 2025/40) gilt als EU-Verordnung unmittelbar - ohne nationale Umsetzung. Das VerpackDG regelt ab demselben Stichtag den Vollzug in Deutschland: Registrierung (LUCID), Systembeteiligung, Recyclingquoten der dualen Systeme und Bußgelder bis hin zum Vertriebsverbot. Kurz: Die EU macht die Regeln, Deutschland macht sie durchsetzbar.

FIG. 2 | ZWEI EBENEN, EIN STICHTAG: 12.08.2026EU-EBENE | GILT UNMITTELBARPPWR - Verordnung (EU) 2025/40● Mehrwegpflichten und -quoten (Art. 29)● Leerraumquote max. 50 % (Art. 24)● Design, Recyclingfähigkeit, Minimierung● Kennzeichnung, Konformität, VerboteVerpflichtet Unternehmen direkt - EU-weit einheitlichDE-EBENE | DURCHFÜHRUNG & VOLLZUGVerpackDG - ersetzt das VerpackG● Registrierung (LUCID) und Systembeteiligung● Zulassung bei der ZSVR, Vollständigkeitserklärung● Recyclingquoten der Systeme ab 2028, Ökomodulierung● Bußgelder bis hin zum VertriebsverbotMacht die EU-Pflichten in Deutschland durchsetzbar

Verkaufsverpackung, Umverpackung, Transportverpackung: Wo dein Versand einsortiert wird

Die PPWR unterscheidet Verpackungen nach ihrer Funktion, nicht nach Material:

  • Verkaufsverpackung: bildet die Verkaufseinheit am Produkt (Faltschachtel, Flasche, Beutel)
  • Umverpackung: gruppiert mehrere Verkaufseinheiten (Tray, Karton um das 6er-Pack)
  • Transportverpackung: erleichtert Handhabung und Transport und schützt die Ware (Palette, Kiste, Box, Versandtasche)

Deine Versandbox oder Versandtasche ist also eine Transportverpackung. Geht sie an Endkund*innen, nennt die PPWR sie E-Commerce-Verpackung - ein Unterfall der Transportverpackung, keine eigene Kategorie.

FIG. 3 | VERPACKUNGSKATEGORIEN NACH ART. 3 PPWRTransportverpackungPalette | Mehrweg-Box | Versandtasche | Kiste | IBC | FassUmverpackungTray | Bündel | Karton um das 6er-PackVerkaufsverpackungFaltschachtel | Flasche | BeutelProdukthey circle Box & Taschearbeiten auf dieser EbeneE-Commerce-Verpackung = Transportverpackung im FernabsatzVersandbox oder -tasche an Endkund*innen | Unterfall, keine eigene Kategorie

B2B oder B2C: Wen die Mehrwegpflicht wirklich trifft

Viele denken bei Verpackungsregeln zuerst an den Onlinehandel. Tatsächlich ist es umgekehrt: Die harten Mehrwegpflichten treffen den B2B-Bereich. Ab dem 1. Januar 2030 gilt:

FIG. 4 | MEHRWEGPFLICHTEN AB 01.01.2030 (ART. 24 UND 29 PPWR)100 %Interne Logistik & verbundene UnternehmenTransporte zwischen Standorten desselben Unternehmens:ab 01.01.2030 nur noch Mehrweg (Art. 29 Abs. 2)100 %B2B-Lieferungen im selben Mitgliedstaatz. B. innerdeutscher Versand von Unternehmen zu Unternehmen:ab 01.01.2030 nur noch Mehrweg (Art. 29 Abs. 3)40 %Transportverpackungen EU-weitMindest-Mehrweganteil ab 01.01.2030,Zielwert 70 % ab 2040 (Art. 29 Abs. 1)keine QuoteB2C | E-Commerce an Endkund*innenKeine Mehrwegpflicht - aber Leerraumquote max. 50 %ab 01.01.2030 (Art. 24), Minimierung, RecyclingfähigkeitErfasste Formate: Paletten, Kisten, Kunststoffboxen, Trays, IBC, Fässer, Kanister u. a. | Kartonschachteln sind von den Mehrwegzielen ausgenommenQuelle: Verordnung (EU) 2025/40 | Stand 17.07.2026

Erfasst sind Paletten, Kisten, Kunststoffboxen, Trays, IBC, Fässer, Kanister und weitere Formate. Und dafür brauchst du nicht nur wiederverwendbare Behälter, sondern ein Wiederverwendungssystem: Rücklauf, Aufbereitung, Dokumentation.

Und der Karton? Die Ausnahme ehrlich erklärt

Ja, es gibt sie: Kartonschachteln sind von den Mehrwegzielen ausgenommen. Wer will, darf also auch nach 2030 Einweg-Karton im B2B nutzen. Warum das trotzdem kein Zukunftsmodell ist:

  • Die Ausnahme gilt nur für die Mehrwegziele. Leerraumquote, Verpackungsminimierung, Design-for-Recycling, Kennzeichnung und EPR-Entgelte gelten für Karton in voller Härte.
  • Jeder EU-Staat muss seinen Verpackungsabfall pro Kopf senken: minus 5 % bis 2030, minus 10 % bis 2035, minus 15 % bis 2040. Karton ist der größte Abfallstrom - der Druck wächst also weiter.
  • Karton löst operative Probleme nicht: Feuchtigkeit, Gewicht, Stapelfähigkeit, empfindliche Ware. Mehrweg schon.
  • Und die Rechnung: Einweg kaufst du immer wieder. Mehrweg läuft.

So machst du deinen Versand PPWR-fit

Mit hey circle steigst du ohne eigenen Systemaufbau auf Mehrweg um - unsere Boxen und Taschen laufen durchschnittlich 50 Umläufe im Kreislauf. Das bringt dir:

  • Compliance: erfüllt die Mehrwegpflichten für interne und innerstaatliche B2B-Transporte und zahlt auf die 40-%-Quote ein
  • Durchschnittlich 53 % geringere Verpackungskosten
  • Bis zu 94 % weniger Abfall und bis zu 76 % weniger CO2-Emissionen gegenüber Einweg
  • Weniger Leerraum: passende Größen und faltbare Formate für die 50-%-Quote

2030 klingt weit weg? Systemaufbau, Prozesse und Rückführlogistik brauchen Vorlauf - wer jetzt startet, stellt in Ruhe um statt unter Zeitdruck.

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Hinweis: Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Einordnung (Stand 17.07.2026) und keine Rechtsberatung. Maßgeblich ist der Wortlaut der Verordnung (EU) 2025/40.